HRđBEAT#2 : âDIREKT IST DAS NEUE WERTSCHĂTZEND – WIE ECHTE FEEDBACKKULTUR ORGANISATIONEN TRĂGT“
Manchmal beginnen groĂe Konflikte ganz leise.
Mit einem Gedanken, der nicht ausgesprochen wird.
Mit einem Feedback, das man âspĂ€terâ geben wollte.
Mit einem Thema, das irgendwie im Raum steht, aber niemand greift es auf.
Und genau hier setzt dieses GesprÀch an.
In meinem Blogformat HRđBEAT spreche ich mit Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen ĂŒber Projekte, Wege und Erfahrungen, die Mut machen. Ăber echtes Leben.
In Folge #2, durfte ich mit dem wunderbaren TIm Mittelberger sprechen. Ein Unternehmer der seinen Eigenen Weg geht, auf seinen Bauch hört und alles nur nicht Mainstream ist.
đ „Wenn Feedback ausbleibt, passiert nicht nichts“, so Tim.
Tim hat fĂŒr sich etwas erkannt, das im Alltag oft unterschĂ€tzt wird und doch enorme Wirkung entfaltet: Nicht angesprochene Themen lösen sich nicht auf, sie wachsen. Was als kleine Irritation beginnt, kann sich leise zu einem MissverstĂ€ndnis entwickeln. Aus Unsicherheit entsteht ZurĂŒckhaltung, aus ZurĂŒckhaltung Distanz. Und irgendwann steht eine Spannung im Raum, die niemand bewusst erzeugt hat, die aber deutlich spĂŒrbar ist. Denn wenn Feedback ausbleibt, passiert nicht ânichtsâ. Es entsteht ein stilles Vakuum, das sich rasch fĂŒllt, mit Interpretationen, mit Selbstzweifeln, mit der Frage, ob man den Erwartungen gerecht wird. Mitarbeiter:innen beginnen sich zu fragen, ob sie auf dem richtigen Weg sind, ob sie neu Erlerntes tatsĂ€chlich gut umsetzen, ob ihre Leistung gesehen wird oder ob das Schweigen vielleicht doch eine verdeckte Botschaft enthĂ€lt.
Diese Unsicherheit kostet Energie. Energie, die eigentlich in Ideen, Projekte und Zusammenarbeit flieĂen sollte.
Man merkt es dann im Miteinander: GesprĂ€che werden vorsichtiger, Entscheidungen zögerlicher. Das Miteinander fĂŒhlt sich âirgendwie komischâ an, ohne dass jemand genau benennen kann, warum. Und genau hier zeigt sich, wie wertvoll eine gelebte Feedbackkultur ist, nicht als PflichtĂŒbung, sondern als bewusste Haltung. Tims Ansatz ist dabei erfrischend klar: Feedback wird zeitnah gegeben, direkt, respektvoll und ohne Umwege. Nicht irgendwann. Nicht, wenn es sich anstaut. Sondern dann, wenn es hilfreich ist.
Was als persönliche Ăberzeugung begann, ist heute spĂŒrbarer Teil der Organisationskultur. Feedback ist nichts Bedrohliches mehr, sondern selbstverstĂ€ndlich. Sie schafft Orientierung, reduziert InterpretationsspielrĂ€ume und ERSETZT FLURFUNK DURCH DIALOG. Gleichzeitig bleibt es eine tĂ€gliche Aufgabe, sich daran zu erinnern, Feedback wirklich zu geben und auch einzufordern. Denn sobald Bequemlichkeit Einzug hĂ€lt, zeigt sich die Wirkung sofort. Unsicherheit kehrt zurĂŒck, und mit ihr die leise Distanz.
Dabei geht es nicht um stĂ€ndige Bewertung, sondern um Beziehung. Um das ehrliche Interesse am GegenĂŒber. Um das gemeinsame Nachjustieren. Feedback signalisiert: âIch sehe dich. Deine Arbeit ist mir nicht egal. Lass uns gemeinsam besser werden.â
Gerade in Phasen des Lernens oder bei neuen Verantwortungen wirkt RĂŒckmeldung wie ein Kompass. Sie gibt Sicherheit, ohne einzuengen. Fehlt dieser Kompass, ĂŒbernimmt schnell das Kopfkino, und das fĂŒhrt selten zu konstruktiven Ergebnissen.
 „Ja, ich kann das nicht und ja das ist okay so“
Was mich darĂŒber hinaus besonders beeindruckt hat, ist Tims Offenheit im Umgang mit den eigenen Grenzen. In einer Zeit, in der Kompetenz oft mit lĂŒckenloser SouverĂ€nitĂ€t gleichgesetzt wird, braucht es Mut zu sagen: âDas kann ich nicht.â Oder: âHier brauche ich UnterstĂŒtzung.â Diese Klarheit ist kein Zeichen von SchwĂ€che, sondern Ausdruck von Reife. Sie schafft Raum fĂŒr Zusammenarbeit, fĂŒr ErgĂ€nzung, fĂŒr echtes Teamwork. Wer nicht alles sein muss, kann gemeinsam mehr erreichen.
Und vielleicht liegt genau darin die Essenz dieses GesprĂ€chs: Feedback ist kein Angriff, sondern ein Zeichen von WertschĂ€tzung. Es verhindert, dass Menschen im Stillen zweifeln und stĂ€rkt das Vertrauen, bevor Unsicherheiten Wurzeln schlagen. Wer frĂŒh, ehrlich und respektvoll ausspricht, was wahrgenommen wird, ermöglicht Entwicklung, fĂŒr Einzelne und fĂŒr die gesamte Organisation.
đ TIMS MUTFUNKE AN UNS?
đïžSprich es aus. FrĂŒh. Direkt. Ehrlich. Und steh dazu, was du kannst und was eben nicht. Denn wahre ProfessionalitĂ€t zeigt sich nicht im Alles-Können-Wollen. Sondern im Klar-Sein.
đïžFeedback ist kein Angriff. Es ist ein Angebot zur Entwicklung.
đïžZu sagen âIch kann das nichtâ ist kein Makel. Es ist eine Einladung zur Zusammenarbeit.
đ WER IST TIM?
Tim Mittelberger ist seit ĂŒber 6 Jahren GeschĂ€ftsfĂŒhrer mit Haltung. Einer, der nicht auf Hochglanz setzt, sondern auf Echtheit und einfach sein Ding macht. Manchmal klappts, manchmal nicht. Egal, Hauptsache man probiert es wenigstens. Wundervoller Papa von bald 3 Kids und Ehemann von der bezaubernden Raphaela. Sein neuestes Hobby? Schafe und Ziegen. Die Ziegen heiĂen Sissi, Greta, Luise und Leopold (weil das unglaublich wichtig ist đ).
Was ich besonders schĂ€tze: Seine Gelassenheit im Umgang mit Unvollkommenheit. Kein âIch muss alles wissenâ. Kein kĂŒnstliches Stark-Sein. Sondern Klarheit, PrĂ€senz und der Mut, Dinge auszusprechen und auch man seine Meinung Ă€ndern zu dĂŒrfen.
Und ja, das ist ziemlich lÀssig.
đZUM ABSCHLUSS â EIN PERSĂNLICHES âDANKEâ VON HERZEN
Danke lieber Tim, dass du diesen Weg gehst. Und ihn vorlebst. Dieses GesprĂ€ch hat in mir wieder einmal bestĂ€tigt, wie kraftvoll Einfachheit sein kann. Und ganz ehrlich? Mir als Organisationsentwicklerin geht bei so etwas das Herz auf. Zu sehen, wie Feedbackkultur nicht als Schlagwort an der Wand hĂ€ngt, sondern im Alltag gelebt wird. Zu erleben, wie Klarheit Sicherheit schafft. Wie Dialog Vertrauen wachsen lĂ€sst. Wie Menschen aufblĂŒhen, wenn sie wissen, woran sie sind.
Ja, solche Entwicklungen brauchen Zeit. Sie brauchen Bewusstsein, Konsequenz und manchmal auch ein paar unbequeme GesprĂ€che. Aber sie wirken. Nachhaltig. SpĂŒrbar. Tief.
Und genau deshalb liebe ich es, mit Organisationen an diesen Themen zu arbeiten. Weil es nicht nur Prozesse verĂ€ndert, sondern Menschen stĂ€rkt. Weil aus Unsicherheit Klarheit wird. Und aus ZurĂŒckhaltung echtes Miteinander.
Danke fĂŒr diesen wunderbaren Beweis und fĂŒr deinen MUTFUNKEN. Er wirkt und er rockt! HRđBEAT eben!




